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Bildung und Erziehung brauchen Raum

Das Architekturbüro Götze Langguth plant und realisiert vom Wohnhaus über Bürogebäude oder Werkhallen alles bis hin zu öffentlichen Einrichtungen.
Die Gemeinschaftsschule Nordheim, das mit einer Nutzfläche von ca. 4000 m² bisher größte Vorhaben des Büros, wurde in einer Bauzeit von lediglich 17 Monaten fertiggestellt.
Derzeit befasst sich das Team um Holger Langguth und Peter Götze mit dem Kindergartenneubau für die Gemeinde Cleebronn.
„Da möchte man ja glatt selbst wieder Kind sein!” – Die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte Cleebronns gerieten bei der Präsentation der Pläne des Neubaus und der Innenausstattung während ihrer Sitzung am 17. Mai ins Schwärmen: „Das ist Kindergarten 4.0!”

Damit ein Gesamtkonzept so überzeugt, ist im Vorfeld viel Planungsaufwand nötig. Von der Gemeinde beauftragt, einen dreigruppigen Kindergarten zu erstellen, wurde zuallererst eine Standortanalyse vorgenommen. Nach genauer Prüfung von fünf Optionen fiel die Entscheidung auf das freie Gelände bei der Grundschule. Die räumliche Nähe zu dieser geht gleich mit mehreren Vorteilen einher. So haben z. B. Geschwisterkinder unterschiedlichen Alters denselben Weg. Ein weiteres Plus: Kurze Ausflüge in die Natur sind durch die Lage am Ortsrand ebenfalls kein Problem.

In enger Zusammenarbeit mit Gemeinde und Kindergartenleitung wurden im nächsten Schritt die räumlichen Anforderungen ermittelt. Selbstredend brauchen unter Dreijährige einen verdunkelbaren Schlafraum sowie Wickel- und Waschmöglichkeiten. Aber auch an einen eigenen Außenspielbereich wurde gedacht, den die Älteren nicht erobern dürfen. Damit der gröbste Schmutz draußen bleibt, passieren alle Kinder auf ihrem Weg nach innen eine Schmutzschleuse.
Im Einklang mit dem pädagogischen Konzept eines offenen Kindergartens nutzen alle über Dreijährigen eine gemeinsame Frühstücksecke und dürfen ihre Gruppenräume verlassen, um sich nach eigener Interessenlage in zwei Zusatzräumen aufzuhalten. Dort steht beispielsweise eine Werkbank bereit oder gibt es eine zweite Ebene mit Rückzugsmöglichkeit. Im Obergeschoss kann in der Verteilerküche durch ausziehbare Podeste mit den Kindern auch mal gekocht und gebacken werden. Auch an Veranstaltungen mit Familienmitgliedern wurde gedacht: Der Mehrzweckraum ist nicht nur zum Turnen vorgesehen, sondern kann durch eine Faltwand zum Vorraum deutlich vergrößert werden, wenn Gäste kommen.

Architektur, wie sie Holger Langguth und Peter Götze verstehen, hat für die Menschen da zu sein, die sie nutzen – und das schließt im Falle eines Kindergartens Personal und Eltern ein. Die geschaffenen Räume sollen ihre Funktion sinnvoll und formschön erfüllen können. Den Bedürfnissen von Kindern trägt auch die von Gabriele Thull ausgewählte Innenausstattung Rechnung.
Mit der Innenarchitektin wurde eine gleichermaßen kompetente Partnerin ins Boot geholt, um einen ganzheitlich durchdachten Kindergarten zu realisieren.
Nachhaltigkeit findet bei dem Konzept nicht nur darin ihren Ausdruck, dass alle bereits für das Übergangsquartier angeschafften Möbel und Spielgeräte für den Außenbereich integriert wurden. Zusätzlich zur geplanten Photovoltaikanlage auf dem Dach sind Ladestationen für E-Bikes und Elektrofahrzeuge vorgesehen und werden bei der ausstehenden genauen Erschließung der Parkierung und der Außenanlage berücksichtigt.
Dass die Überlegungen der Planer sich in der Praxis bewahrheiten, zeigen die Erfahrungsberichte der Personen, die die Gemeinschaftsschule Nordheim aufsuchen. Neben Schülerschaft und Lehrerkollegium sind auch Teilnehmende von Volkshochschulkursen dort untergebracht und begeistert von den Räumlichkeiten.

Diese breite Nutzung von unterschiedlichen Teilen der Bevölkerung ist für Holger Langguth ein besonderer Ansporn für den Bau öffentlicher Einrichtungen, die per se gesamtgesellschaftliche Relevanz haben. „Kindergarten und Schule sollen Orte sein, die man gerne besucht und an denen man sich wohlfühlt. Klar wird es Tage geben, an denen jemand z. B. keine Lust auf Unterricht hat – unsere Architektur sorgt jedoch dafür, dass die räumlichen Rahmenbedingungen stimmen.”